Eine neue Straße wird gebaut – die Straße der deutschen Sprache

Getreu dem Wahlspruch „Sprache verbindet“ vernetzen sich in Mitteldeutschland immer mehr Orte, um die „Straße der deutschen Sprache“ voranzutreiben. 14 Orte arbeiten derzeit in der Arbeitsgemeinschaft (AG) mit, weitere 14 sind zugeneigt und lassen sich über die Fortentwicklung der Arbeit auf dem laufenden halten. Die geplante Ferienstraße verknüpft Sprachpflege und Fremdenverkehr miteinander. Die Straße wird die deutsche Sprache sichtbar und erlebbar machen und das Sprachbewußtsein stärken.

Es gibt mittlerweile zwölf Vorreiter aus Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen (von Köthen bis Kamenz und von Gotha bis Gräfenhainichen).

„Diese Orte sind zum einen von Geistesgrößen geprägt, die die deutsche Sprache bereichert haben: Dort lebten und wirkten etwa der Sprachschöpfer Martin Luther, der Vater der Rechtschreibung Konrad Duden, der evangelische Kirchenliederdichter Paul Gerhardt, der Verfasser des „Sachsenspiegels“ Eike von Repgow, sowie zahlreiche Dichter, Dramatiker und Schriftsteller – Goethe, Schiller, Lessing, Bürger, Novalis und viele andere. Zum anderen spielt in diesen Orten nicht nur die Sprachgeschichte eine große Rolle, man denke etwa auch an die Merseburger Zaubersprüche, sondern auch die Sprachgegenwart: Theater, Freilichtmuseen, Lesefeste, Sprachwettbewerbe oder Deutschlands erstes Buchdorf sind lebendige Stätten und Ereignisse der deutschen Sprache.“

Die beteiligten Orte hoffen, daß sie ihre sprachtouristischen Schätze besser zur Geltung bringen können. Dabei können sie ihre vorhandenen Strukturen nutzen. Die Vernetzung mit anderen Städten und Gemeinden bietet bessere Vermarktungsmöglichkeiten, denn es gilt der Grundsatz der drei Musketiere: „Einer für alle, alle für einen.“ Wer nach Kamenz kommt, um den Geburtsort Lessings zu besuchen, wird dort zum Beispiel auch auf die Lutherstadt Eisleben aufmerksam gemacht. Es wurden sieben Richtlinien für die Teilnahme an der „Straße der deutschen Sprache“ erarbeitet. Im ersten Punkt heißt es etwa: „Jeder Ort, der an der Straße teilnimmt, spielt entweder eine wichtige Rolle für die Geschichte der deutschen Sprache oder es wird an ihm heute die deutsche Sprache gepflegt und erlebbar gemacht.“ Der vierte Punkt sieht vor: „Jeder Ort verpflichtet sich, die Kommunikation nach außen – zum Beispiel durch Informationsmaterial – möglichst verständlich und frei von entbehrlichen Fremdwörtern (v. a. Anglizismen) zu halten.“

Weitere Informationen findet man auf der Internetseite: www.strasse-der-deutschen-sprache.de.

(Quelle: Deutsche Sprachwelt 50, Winter 2012/13, Seite 1). Den Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Straße der deutschen Sprache“ (gleichzeitig Redakteur der Zeitung Deutsche Sprachwelt) lernte ich persönlich auf der Frankfurter Buchmesse 2012 kennen. Seine Beiträge in o. g. Zeitung sind herausragend und sehr empfehlenswert. Ich habe ein paar Zeitungen in der Arnstädter Buchhandlung ausliegen. Sollten wir unser Arnstadt einbringen? Doch, wer macht das?