Archiv der Kategorie: Rezensionen

Buchgeschichten – Wege zur Weltliteratur

Vielleicht kann sich der eine oder andere Arnstädter noch an Faisal Hamouda erinnern, der um das Jahr 2000 herum in der Stadtmarketing Arnstadt GmbH gearbeitet hat. Ich treffe Faisal, meinen Freund und Verlegerkollegen, jedes Jahr in Leipzig auf der Buchmesse. So auch in diesem Jahr. Und siehe da: Ich bin auf seinem Verlagsstand (er feiert 10jähriges Bestehen!) wieder fündig geworden. Dieses Mal ist es ein ganz besonderes Werk, das große Aufmerksamkeit verdient: Ein Buch über Buchgeschichten. Genau meine Lektüre! Ein Volltreffer, lieber Faisal! Und was für eine kompendiale Arbeit! Doch worum geht es auf etwas über 500 Seiten? Auf der Webseite des Verlags findet sich dazu folgender Eintrag: Weiterlesen

Stefan Bollmann: Frauen und Bücher – eine Leseempfehlung von Michael Kirchschlager

„Ich lese nie Romane; ich habe Besseres zu tun“, läßt Jane Austen Anfang des 19. Jahrhunderts einen Mann in einem ihrer Romane sagen und fällt damit das Urteil über ihn. Stefan Bollmann beleuchtet in seinem faszinierenden Sachbuch das nicht unerotische, hochinteressante Thema Frauen und Bücher und versieht es mit dem Untertitel „Eine Leidenschaft mit Folgen“.

Bollmann läßt uns tief in die Seele der lesenden und schreibenden Frauen eintauchen und verrät so Manches. Marilyn Monroe war zum Beispiel eine passionierte Leserin und zu ihren Lieblingsbüchern zählte der »Ulysses« von James Joyce. Der Studienabbrecher Friedrich Gottlieb Klopstock erfand 1750 die Dichterlesung, als er einer Schar junger Frauen seine Oden vortrug und dafür Küsse kassierte. Und über Jane Austen, die nur Frauen für voll nahm, die Romane lieben, lesen wir schon weiter oben. Daß vor 150 Jahren Eugenie Marlitt, eine entlassene Vorleserin, zur ersten Bestsellerautorin der Welt aufstieg, wissen wir in Arnstadt zwar ganz genau, aber Stefan Bollmann zollt ihr in seinem Buch den ihr gebührenden Platz. Desweiteren kommen berühmte Autorinnen zu Wort: Caroline Schlegel-Schelling, für die Lesen lebenswichtig war, Mary Wollstonecraft oder Virginia Woolf.

Diese und eine Fülle anderer Begebenheiten läßt Stefan Bollmann in einem unterhaltsam geschriebenen Panorama lebendig werden, das von Klopstocks Zeit bis in die Gegenwart führt und von aktuellen Phänomenen wie Fanfiction und „Shades of Grey“ berichtet. Zugleich erzählt er eine überraschend andere Geschichte des Lesens, seiner Macht und Magie. Lesen kann Leben und Lieben verändern. Ein Buch für Frauen, die leidenschaftlich gern lesen – und aus dem Männer erfahren, was ihre Frauen meinen, wenn sie sagen: »Jetzt nicht! Ich lese!«

Und so manches Mal sollte uns Männer das bedenklich machen … Ich empfehle das Buch ausdrücklich allen lesenden Geschlechtern.

Die Ritter vom schwallenden Wasser – Eine Rezension von Wolfgang Brandt

Im Mittelalter waren Burgen wahrlich kein ruhiger und beschaulicher Ort, das Leben in ihnen gestaltete sich recht hart und manchmal sehr laut. In allen Ecken herrschte bereits in den frühen Morgenstunden emsiges Treiben. Die Burgen beherbergten oft nicht mehr als eine Handvoll Adlige mit Familie, Dienstmannen, Gesinde, Pferden, Eseln und sonstigem Getier, welche alle auf engstem Raum untergebracht waren. Wie lebte es sich eigentlich auf einer Burg? Was wurde dort den ganzen Tag lang gemacht? Auf diese und weitere Fragen geht der Autor Michael Kirchschlager in seinem Buch „Die Ritter vom schwallenden Wasser“ ein und beantwortet sie bildhaft beschrieben von Kapitel zu Kapitel. Weiterlesen