Archiv für den Monat: Februar 2019

Blutiges Spiel für einen guten Zweck – Die Theatergruppe des Melissantes Gymnasiums führt am 6. März die „Nibelungen“ auf

 

Von Eberhardt Pfeiffer
Arnstadt. „Wohin soll ich jetzt abgehen?“ fragt Hagen von Tronje nach seiner Audienz bei Königin Brunhild. Hagen heißt eigentlich Alexey Kvint und Brunhild Adelheid Riedel – und der Schauplatz ist nicht der Hof von Burgund, sondern der Arnstädter Rathaussaal. Schon seit Monaten proben die Mitglieder der Theatergruppe des Melissantes-Gymnasiums an den „Nibelungen“. Nun wird es langsam ernst. Es sind nur noch wenige Tage bis zur Aufführung.
Der Mann, der die Frage entscheiden muss, wohin Hagen von Tronje abgehen soll, ist Michael Kirchschlager. Bei einer Lesung im Gymnasium hatte eine Lehrerin den Arnstädter Autor und Verleger gefragt, ob er nicht mit der Theatergruppe arbeiten wolle. Kirchschlager sagte zu. Er stellte einige Stoffe zur Auswahl, dass sich die Schülerinnen und Schüler für die „Nibelungen“ entschieden, ist nicht schwer zu verstehen: Mittelalter- und Fantasygeschichten sind derzeit angesagt bei Fans von Serien und Computerspielen. „Game of Thrones“, „Tudors“ oder „Vikings“ ziehen Millionen Menschen in ihren Bann. Warum also nicht einmal das „Nibelungenlied“ aufführen?
Kirchschlager hat die Saga um Macht, Tod und Intrigen in moderne, manchmal auch humoristische Form und auf eine verträgliche Länge gebracht, in seinem Buch gibt es auch Anspielungen auf aktuelle und regionale Ereignisse: Die Thüringer kommen gut weg, die Sachsen weniger. Und damit alle zehn Mitglieder der Theatergruppe mitspielen können, hat er den beiden Hauptpersonen Kriemhild und Brunhild jeweils ein „Alter Ego“ an die Seite gestellt: die Schattenwalküre Morda und die Todesgöttin Hel. Außerdem gibt es zwei Erzählerinnen, Nele Sauer und Hanna Frank ergänzen die Handlung und zitieren auch aus dem originalen Nibelungenlied.
Die beiden gehen ebenso wie die Darsteller Julia Schmid, Anna Woidig, Adelheid Riedel, Leann Piechaczek, Johannes Geyer, Robin Lüke, Alexey Kvint und Milo Mund mit einer bewundernswerten Ernsthaftigkeit an ihre Rollen heran, man merkt Ihnen an, wie wichtig ihnen dieses Theaterprojekt ist. Deshalb ist ihnen zu wünschen, dass am Mittwoch, dem 6. März recht viele Arnstädter in den Rathaussaal kommen. Beginn ist um 19 Uhr, Karten für 10 Euro (Erwachsene) und 3 Euro (Kinder und Jugendliche) gibt es in der Arnstädter Buchhandlung in der Erfurter Straße (Keine Abendkasse!).
Der Erlös des Abends geht übrigens an die Opferschutzorganisation „Weißer Ring“, wer eine Karte kauft, tut das auch für einen guten Zweck.
Wenn man hingeht, kann man also nichts falsch machen.