Archiv für den Monat: August 2015

Katharina Schendels neuer Kriminalroman „Muhkübchen“ ab sofort im Buchhandel

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Ab sofort im Handel: „Muhkübchen“* von Katharina Schendel. Erschienen bei Emons, Broschur, ISBN 978-3-95451-668-1, 192 seiten, Preis: 9,90 Euro.

Zum Inhalt: Der alternde Casanova Harald Stenz wird tot in seinem Bett aufgefunden. Hat er sich zu viel zugemutet? Hobbydetektivin Scarabea von Maarstein ist da anderer Meinung. Gemeinsam mit dem Dorfpolizisten Sven Grüneis begibt sie sich auf Spurensuche. Scarabeas Papagei Dr. Jekyll, der sich bis vor Kurzem noch für einen Menschen gehalten hat, liefert einen entscheidenden Hinweis. Und die beiden Ermittler können nicht glauben, was sie da aufgedeckt haben…

* Muhkübchen = Marienkäfer

Sternschnuppen, Planeten und Fixsterne – Schopenhauer und die Schriftsteller

Schopenhauer teilte einmal die Schriftsteller in drei Klassen: Sternschnuppen, Planeten und Fixsterne. Zu den Sternschnuppen gehören alle Unterhaltungsschriftsteller, die ihrer Zeitebene das bieten, was sie verlangt. „Die ersteren liefern die momentanen Knalleffekte: man schaut auf, ruft ‚Siehe da!‘ und auf immer sind sie verschwunden.“ Die Planeten, die Irr- und Wandelsterne haben viel mehr Bestand als die Sternschnuppen und leuchten oft heller als die Fixsterne, mit denen sie von den Nichtkennern verwechselt werden. Allein sie müssen früher oder später ihren Platz den unwandelbaren Fixsternen räumen, die fest am Firmament stehen. „Aber wegen der Höhe ihrer Stelle braucht ihr Licht meistens viele Jahre, ehe es dem Erdbewohner sichtbar wird.“ Selbstverständlich rechnete sich Schopenhauer selber zu den Fixsternen: ‚Die Welt als Wille und Vorstellung‘ erschien 1818 in 750 Exemplaren, von denen die Hälfte eingestampft werden mußte, aber 40 Jahre später konnte er seinem Verleger Brockhaus schreiben: „Meine Werke haben eingeschlagen, und daß es kracht.“ Das Paradestück für einen von seiner Zeit verkannten Großen, dessen Ehrenrettung erst einer späteren Zeit vorbehalten war, ist noch immer Heinrich von Kleist. Indessen ist das schöne Bild Schopenhauers in gewisser Hinsicht graue Theorie, denn nicht immer ist es das Echte, das der Nachwelt unverloren bleibt. Für den Erfolg so manchen Buches ist nicht sein innerer Wert, sondern nur die geistige Konstellation einer späteren Zeit ausschlaggebend. … Die Fixsterne, um wieder mit Schopenhauer zu reden, „wirken zu einer Zeit wie zur andern … Sie gehören nicht, wie jene andern, einem Systeme (Nation) allein an; sondern der Welt.“ An der Spitze dieser von Zeit und Raum unabhängigen Weltbestseller steht noch immer konkurrenzlos die Bibel. (Gefunden und leicht gekürzt in: Horst Kunze (Hg.): Lieblingsbücher von dazumal. Eine Blütenlese aus den erfolgreichsten Büchern von 1750-1860, München 1973, nach der Ausgabe von 1939, S. 18-19.)