Lesung zum Gedenken an Gudrun Piesche, 15. September

Geschätzte Literaturfreunde, liebe Freunde der Arnstädter und Thüringer Literatur, verehrte Gäste unserer altehrwürdigen Stadt! Hiermit laden wir alle Interessierten zu einer Gedenklesung an unsere Preisträgerin Gudrun Piesche ein, die in diesem Jahr von uns gegangen ist. Die Lesung findet am 15. September ab 19.30 Uhr in Tanya`s Restaurant in Arnstadt statt. Platzreservierungen sind erbeten (036 28 / 6 61 70 99).

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Amt des Erfurter Stadtschreibers ausgeschrieben

Die Landeshauptstadt Erfurt schreibt für das kommende Jahr wieder das symbolische Amt des Erfurter Stadtschreibers aus. Mit der Einrichtung dieses Amtes verfolgt die Landeshauptstadt das Ziel, Schriftsteller/innen deutscher Sprache zu ehren, die unsere Literatur mit ihren Werken beeinflussen und prägen.
Der von der Stadt Erfurt gestiftete Preis, der die Bezeichnung “Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis” trägt, wird seit 2002 alle drei Jahre öffentlich bis spätestens zum 30. Juni des Vorjahres der Vergabe ausgeschrieben. Das Amt selbst wird jeweils im Jahr der Titelverleihung vom 01. April bis zum 31. Juli besetzt. Der Preis wird in Form des symbolischen Titels durch eine Urkunde und ein Stipendium vergeben.
Die Bewerber/innen sollen mindestens eine selbständige Publikation vorweisen können. Gebeten wird um die Einsendung einer unveröffentlichten Textprobe (maximal 20 A4-Seiten), eines Lebenslaufes mit Lichtbild sowie einer Bibliographie an die Kulturdirektion der Stadtverwaltung Erfurt, Benediktsplatz 1, 99084 Erfurt, bis spätestens zum 30. September 2016.
Weitere Informationen sind unter http://www.erfurt.de/ef/de/engagiert/kunst/stadtschreiber/index.html ersichtlich.

Nachruf auf Gudrun Piesche – Preisträgerin des Arnstädter Literaturpreises 2016

Sie war ein sehr freundlicher und sehr angenehmer Mensch und hat uns, den Arnstädter Literaturfreunden und zahlreichen Leserinnen und Lesern, mit ihren kleinen Geschichten große Freude bereitet. Durch sie weiß ich, was “glännern” für die Arnstädter bedeutet. Die Rede ist von Gudrun Piesche, der Preisträgerin des Arnstädter Literaturpreises 2016.

Unsere Freundin Gudrun ist von uns gegangen. Sie starb nach kräftezehrender Krankheit am Sonntag, dem 29. Mai. Gudrun hat nie geklagt. Sie blieb bis zuletzt optimistisch. Eine große Lesung mit ihr, der Preisträgerin, und uns, ihren Literaturfreunden, war für den Spätsommer geplant. “Nur ein Augenblick” sollte vorgestellt und gelesen werden – die Siegergeschichte des Arnstädter Literaturpreises – Gudruns Erzählung. Das Urteil der Jury war einstimmig. Sie wurde zur Siegerin gekürt.

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Gudrun Piesche wählte kein leichtes Thema. Ihre Erzählung spielt während und kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Am 8. Januar 1654 brannte es im Stall des Hauses “Zum Cristophorus”. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden und richtete kaum Schaden an. Der jugendliche Brandleger, der Lehrjunge des Buchdruckers Schmidt, der achtzehnjährige Nicodemus Jeremias Francke, Sohn des gräflichen Burgvogts Erasmus Francke, gestand die Tat und wurde zum Tode verurteilt. Graf Christian Günther II. ließ aufgrund der Jugend des Lehrlings Milde walten und änderte das Urteil vom Tod durch den Strang in Tod durch das Schwert um.

Die Autorin stellte dem jungen Täter eine fiktive Kindsmagd an die Seite und ließ ihn, anders als seine Verwandten, in seinem letzten Augenblick nicht im Stich. Aber auch wenn sie ihn einerseits emotional das ganze Leben lang stützte, war sie andererseits doch machtlos, seine Lebenssituation zu ändern, da sie selbst nur eine Dienstmagd war. “Nur ein Augenblick” ist eine traurige Geschichte, gleichzeitig aber eine starke, sozialkritische Erzählung, die zurecht den Preis erhielt.

Gudrun Piesche, unsere Preisträgerin, wurde am 16. März 1951 in Arnstadt geboren, erlebte hier ihre Kindheit, “glännerte”, wie viele Arnstädter Kinder – was wir aus einer ihrer schönen Weihnachtsgeschichten wissen – begann eine Lehre als Versicherungskaufmann und schloß ein Fachschulstudium zum Finanzökonomen ab. Als Quereinsteigerin war sie fast zehn Jahre als Heimerzieherin tätig. Aus dieser Arbeit schöpfte sie zweifellos die Kenntnisse der menschlichen Psyche, besonders die der Kinder und Jugendlichen ohne elterlichen Halt. Hier dürfte sie oft und lange in die Herzen der Menschen gesehen haben. Diese Erfahrungen brachte sie stilsicher und literarisch überzeugend in ihre Erzählung ein.

Gudrun Piesche setzte mit ihrer Erzählung die alte Tradition der sogenannten Causes célèbres (wahre Kriminalfälle) fort, die mit dem französischen Juristen und ihrem Namensgeber Pitaval (1673–1743), begann. Würdige Nachfolger fand Pitaval in Friedrich Schiller und Wilibald Alexis. Alexis gab gemeinsam mit Julius Eduard Hitzig ab 1842 den Neuen Pitaval heraus, eine Sammlung von authentischen Kriminalgeschichten, wobei die Autoren ihren Schwerpunkt auf psychologische Aspekte legten. Fortgeführt wurde das Werk von Christian August Anton Vollert (1828-189), der von 1858 bis 1869 Kreisgerichtsrat in Arnstadt war.

Gudrun Piesche ging es gleich ihren berühmten Vorgängern nicht um oberflächliche Unterhaltung, durchmischt mit sinnlosen Gewalttaten. Als Autorin zeigte sie das, was man als humanistisches Verantwortungsgefühl bezeichnen kann. Sie fügte sich mit ihrer Erzählung in die Reihe der großen Pitavalschriftsteller ein und hinterließ uns ein eindrucksvolles, emotionsgeladenes Sittengemälde vergangener Zeiten.

Doch bei all den Historien, die es in diesem Arnstädter Festjahr der Stadtrechtsverleihung auch zu feiern gibt, Gudrun Piesche läßt uns die schweren Schicksale, die uns jeden Einzelnen mehr oder minder treffen können, nicht vergessen.

Wir sagen Danke, liebe Gudrun Piesche, für Deine Freundlichkeit, Menschlichkeit und Deine schönen kleinen Geschichten von doch so großen Dingen. Wir verneigen uns vor unserer Preisträgerin und sind im Herzen und in der Erinnerung bei Dir. Unser Mitgefühl gilt Deiner Familie und Deinen Freunden.

Michael Kirchschlager

Im Namen der Literaturfreunde Arnstadt (IG)

 

 

Andrea Kirchschlagers zweites Bürgerbuch der Stadt Arnstadt erschienen

Vier Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes des Bürgerbuches von Arnstadt folgt nun der zweite Band, der sich den Bürgerinnen und Bürgern im Zeitraum von 1700 bis 1753 widmet. Wie beim ersten Band hat sich die Autorin der Mühe unterzogen, die Angaben des Bürgerbuches mit Hilfe vor allem der Kirchenbücher und darüber hinausgehend weiterer Quellen des Stadt- und Kreisarchivs Arnstadt – soweit diese es zulassen – wie auch der Literatur zu ergänzen, wofür ihr sicherlich alle Benutzer des vorliegenden Buches großen Dank schulden werden, erhöht sich doch dadurch sein Quellenwert um ein Vielfaches. Der Band erschien als Nr. in der Schriftenreihe der Stiftung Stoye und kann im Arnstädter Buchhandel oder im Stadtecho erworben werden. Die Bände der Stiftung Stoye sind auf 300 Exemplare limitiert, aber nur wenige Exemplare gelangen in den offiziellen Handel. Eine Empfehlung für alle genealogisch Interessierten.

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Links Topfhelm (14. Jahrhundert, Replik), Mitte: Bügergerbuch, rechts: Buch der Literaturfreunde zum Arnstädter Literaturpreis 2016.

Andrea Kirchschlager: Bürgerbuch der Stadt Arnstadt 1700 – 1753: bearbeitet und aus den Kirchenbüchern, anderen Quellen und Literatur ergänzt (Schriftenreihe der Stiftung Stoye), Hardcover, Fadenheftung, 528 Seiten, limitiert, Preis: 29,80 Euro.

 

Dr. Katharina Schendel: Mit Gänsekiel und Tintenfisch (Doktorarbeit)

An dieser Stelle gratulieren die Literaturfreunde Arnstadt (IG) Katharina Schendel zur Erreichung der Doktorwürde. Thema der Doktorarbeit:

Mit Gänsekiel und Tintenfisch -
Wilhelm Gottlieb Tilesius von Tilenau’s Japanaufenthalt während der Ersten Russischen Weltumsegelung 1803–1806 als Beispiel für Wissenskonstruktion und Wissensdiffusion im 19. Jahrhundert

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Stefan Kempf von Salve TV im Gespräch mit Stadtführerin Evelyn Günther

www.salve.tv

Evelyn Günther lebt in Arnstadt. Hier arbeitet sie als Schauspielerin, Regisseurin, Autorin und Stadtführerin. An einer Schule leitet sie Theaterkurse. Beim ersten Literaturwettbewerb Arnstadt hatte sie sich mit einer Geschichte über den jungen Johann Sebastian Bach beteiligt. Ein Beitrag von Stefan Kempf

Buchgeschichten – Wege zur Weltliteratur

Vielleicht kann sich der eine oder andere Arnstädter noch an Faisal Hamouda erinnern, der um das Jahr 2000 herum in der Stadtmarketing Arnstadt GmbH gearbeitet hat. Ich treffe Faisal, meinen Freund und Verlegerkollegen, jedes Jahr in Leipzig auf der Buchmesse. So auch in diesem Jahr. Und siehe da: Ich bin auf seinem Verlagsstand (er feiert 10jähriges Bestehen!) wieder fündig geworden. Dieses Mal ist es ein ganz besonderes Werk, das große Aufmerksamkeit verdient: Ein Buch über Buchgeschichten. Genau meine Lektüre! Ein Volltreffer, lieber Faisal! Und was für eine kompendiale Arbeit! Doch worum geht es auf etwas über 500 Seiten? Auf der Webseite des Verlags findet sich dazu folgender Eintrag: Weiterlesen

Preisverleihung Arnstädter Literaturpreis 2016 und Buchpräsentation am 16. März 2016

Bilder von der Preisverleihung des Arnstädter Literaturpreises 2016 am 16. März 2016 im Gast- und Logierhaus “Goldene Henne” (Kaminzimmer) Arnstadt.

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Hier erhält unsere Preisträgerin Gudrun Piesche ihren Adlerpokal

von Georg Bräutigam, unserem Schirmherrn, überreicht.

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Hier gratuliert Uta Kessel (links), die als Stadtführerin in Person

der Marlitt schon viele Gäste durch Arnstadt geführt hat. 

Herzlichen Dank für alle Unterstützer!

Ab sofort ist im Arnstädter Buchhandel auch das Buch “Nur ein Augenblick” lieferbar! Preis: 18 Euro, limitiert auf 500 Exemplare. Bestellungen sind auch über info@verlag-kirchschlager.de möglich.

Hans-Peter Stadermann

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