Frau Sunna und Herr Tod von Katharina Schendel

Frau Sunna und Herr Tod
Der dritte Fall für das deutsch-japanische Ermittlerpaar Takeo Takeyoshi und Hubertus Schmunk
Die Vorbereitungen für den Eisenacher Sommergewinn laufen auf Hochtouren, da versetzt eine Mordserie die Einwohner der Wartburgstadt in Angst und Schrecken. Kurz hintereinander werden drei Frauen mit durchbohrtem Herzen aufgefunden – sie alle hatten als Frau Sunna den Winter vertrieben. Weil die Polizei vor einem Rätsel steht, eilt Star-Ermittler Takeo Takeyoshi zu Hilfe und begibt sich mit dem pensionierten Stadtchronisten Hubertus Schmunk auf eine höchst nervenaufreibende Mörderjagd.
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ISBN 978-3-7408-0077-2
208 Seiten
Emons Verlag
10,90 Euro
Auch als eBook erhältlich

Ein kurzer Rückblick

Das Festjahr zum 750jährigen Stadtrechtsjubiläum ist Geschichte. Wir wollen noch einmal Dank sagen, Dank, denen, die uns unterstützt haben. Gleichzeitig wollen wir nochmals unserer Preisträgerin Gudrun Piesche gedenken, die leider 2016 von uns gegangen ist.

Der Arnstädter Literaturpreis 2016 ist ebenfalls Geschichte. Möge er unserer Heimatstadt auch in Zukunft dienen.

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Gudrun Piesche, unsere Preisträgerin

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Was uns das Jahr 2017 bringen wird, wissen wir nicht, aber wir freuen uns, daß wir im Mai den Bund für Deutsche Schrift und Sprache in Arnstadt begrüßen dürfen.

Großzügige Bücherspende an Arnstädter Kinder übergeben

Pünktlich zu Weihnachten haben der Verein Kinderlachen Arnstadt e. V. und der Verlag Kirchschlager eine großzügige Buchspende an Arnstädter Kinder ausgereicht. Es wurden insgesamt 15 Sätze zu je 4 Büchern vom Drachen Emil sowie 350 Arnstädter Weihnachtsbücher, die die Literaturfreunde Arnstadt (IG) herausgegeben haben, übergeben. Der Wert der Buchspende beläuft sich auf über 6000 Euro. Herzlichen Dank an alle Beteiligten, Sponsoren und Unterstützer. Gedacht war das Geschenk als Dankeschön für die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Kinderlachen Arnstadt e. V., dem Drachenritter Michael und den Arnstädter Grundschulen und KITAs, Zudem wollten wir einen Anreiz zum Lesen schaffen und die Kinder ermuntern, sich mit ihrer Geschichte und Heimat zu beschäftigen.

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Wir – Drachenritter Michael, Merry Buchelt und Steffi Brönner vom Kinderlachen e. V. – danken allen Unterstützern!

Jürgen Ludwigs “Weißde noch?” Band 2 erschienen

Arnstadt Geschichten und Episoden Band 2

Jürgen Ludwig
Weißde noch?
Wir gingen ins Filmtheater Merkur oder in die „Flohkiste“ … und tanzten zu „wilden“ Rhythmen der „Teddys“
Mitten aus’m Arnstädter DDR-Alltag – Geschichten und Episoden

88 Seiten, zahlr. S/W-Fotos, Format 12,5 x 20,5, fest gebunden

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Autor Jürgen Ludwig bedankt sich bei all denen, die sein zweites Buch über Arnstadt in der Reihe „Weißt du noch?“ des Herkules Verlags unterstützt haben. Sei es durch Fotos, Dokumente oder Erinnerungen, an denen Sie den Autor teilhaben ließen.

Dies sind:
H. Bäsecke, H. Dietze, K. Engelmann, Th. Eidam, M. Grilletz, Familie Hedler, J. Heyder, G. Löber, M. Möhring, F. Schneeberger, M. Straszim, H. Triebel und M. Vollmar.

Dank auch an Frau Andrea Kirchschlager vom Stadt- und Kreisarchiv Arnstadt.

PALMBAUM – Heft 63: Annäherungen an Gustav Freytag – Mit Drehbuch-Auszügen zu einem verhinderten Fassbinder-Film!

Hand aufs Herz: Wer liest heute noch Gustav Freytag? Vor einem Jahr hatten wir das Herbst­heft dem Thema „Bestseller“ gewidmet. Freytag ist ein exemplarischer Fall dafür, und das im wortwörtlichen Sinn: vor 200 Jahren geboren, stürzte er vom meistgelesenen Autor und viel­gespielten Stückeschreiber des Kaiserreichs ins Vergessen ab. Nur ab und zu hört man raunen, sein Roman Soll und Haben sei antisemitisch. Und tatsächlich wurde 1977 eine Verfilmung des Romans durch Rainer Werner Fassbinder mit genau diesem „Argument“ verhindert. Ein Verdikt, das selbst so klischeehaft war wie die Klischees, die man Freytag – und Fassbinder – vorwarf. Herbert Knopp (München), der damalige Drehbuchautor, erinnert in seinem Beitrag für dieses Heft erstmals ausführlich an die Hintergründe der Ablehnung und zeigt, was dadurch verhindert wurde: ein produktiver Umgang mit dem Stoff, der die antisemitischen Klischees aufarbeiten wollte, indem er sie durchsichtig macht, um die sozialökonomischen Gründe dahinter zu erkennen. Nebenbei gesagt: fast rührend liest man, wie ernst das bundesdeutsche Fernsehen vor 40 Jahren noch seinen Bildungsauftrag nahm – um desto zorniger wahrzunehmen, was dieses Medium heute betreibt. Wir freuen uns, erst­mals auch eine literarische Kunstform dokumentieren zu dürfen, die weitgehend unterschätzt wird: die des Drehbuchs. Wer die Szenen liest, sieht den Film schon vor sich und kann nur bedauern, dass er wegen ideologischer Kurzsichtigkeit – diesmal im Westen Deutschlands – nie zustande kam.

Weitere Beiträge zum Titelthema: Cornelia Hobohm schreibt über Freytags Verarbeitung der Thüringer Landschaft, Peter Arlt über Künstler, die den Autor porträtierten, und Siegwart Wohlleben stellt die Freytag-Gedenkstätte in Siebleben vor. Außerdem bringen wir die Erst­veröffentlichung eines Briefes von Gustav Freytag an einen Debütanten.

Höhepunkte des Heftes sind außerdem Weimar-Gedichte von Andreas Reimann, ein Text-Zyklus von André Schinkel, Beiträge zur Weimarer Lyriknacht, u.a. von Michael Krüger, der zweite Teil des Essays von Dietmar Jacobsen über die Archäologisierung der DDR in Nach-Wende-Romanen, Auszüge aus dem Briefwechsel zwischen Gerhard Altenbourg und Horst Hussel, eine Erinnerung an Hilbigs Prosa-Debüt in der DDR von Ralph Grüneberger, das Gespräch mit Strawalde, der uns einen zauberhaften Einband gezeichnet hat, und die Beiträge der fünf Finalisten zum Menantes-Preis für erotische Dichtung.

Kurz: ein abwechslungsreiches Buch mit prallen 250 Seiten – und davon allein volle 30 mit Rezensionen.

 

Weitere Informationen finden Sie unter: www.palmbaum.org.

Palmbaum. Literarisches Journal aus Thüringen. Hrsg. von der Literarhistorischen Gesellschaft Palmbaum e.V., Heft 2 / 2016, quartus-Verlag Bucha bei Jena, 250 Seiten, Englische Broschur, EUR 9,90.

Bestellungen im Buchhandel unter ISSN 0943-554X oder im Verlag: quartus-verlag@t-online.de

Passwort Pegasus: Kreatives Schreiben in Arnstadt

Sie wollen schreiben? Bei uns sind Sie richtig! Anregungen und Methoden aus dem kreativen Schreiben bringen die eingetrocknete Phantasie zum Fließen. Spiele machen locker im Kopf und sorgen für Abstand vom Alltagsstress. Das Sich-Austauschen mit Gleichgesinnten entlastet und beruhigt den inneren Kritiker. Diskussionen, angereichert mit Erkenntnissen aus der Schreibforschung, regen an, scheinbar Bewährtes zu hinterfragen und Neues auszuprobieren. www.passwort-pegasus.de

Immer donnerstags 18 bis 19.30 Uhr

VHS Arnstadt

Am Bahnhof 6

 

Kontakt: 03628-6107-0 oder anmeldung@vhs-arnstadt-ilmenau.de

 

Büro für angewandte Poesie

Anke Engelmann

www.poesiebuero.de

 

Lesung zum Gedenken an Gudrun Piesche, 15. September

Geschätzte Literaturfreunde, liebe Freunde der Arnstädter und Thüringer Literatur, verehrte Gäste unserer altehrwürdigen Stadt! Hiermit laden wir alle Interessierten zu einer Gedenklesung an unsere Preisträgerin Gudrun Piesche ein, die in diesem Jahr von uns gegangen ist. Die Lesung findet am 15. September ab 19.30 Uhr in Tanya`s Restaurant in Arnstadt statt. Platzreservierungen sind erbeten (036 28 / 6 61 70 99).

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Amt des Erfurter Stadtschreibers ausgeschrieben

Die Landeshauptstadt Erfurt schreibt für das kommende Jahr wieder das symbolische Amt des Erfurter Stadtschreibers aus. Mit der Einrichtung dieses Amtes verfolgt die Landeshauptstadt das Ziel, Schriftsteller/innen deutscher Sprache zu ehren, die unsere Literatur mit ihren Werken beeinflussen und prägen.
Der von der Stadt Erfurt gestiftete Preis, der die Bezeichnung “Erfurter Stadtschreiber-Literaturpreis” trägt, wird seit 2002 alle drei Jahre öffentlich bis spätestens zum 30. Juni des Vorjahres der Vergabe ausgeschrieben. Das Amt selbst wird jeweils im Jahr der Titelverleihung vom 01. April bis zum 31. Juli besetzt. Der Preis wird in Form des symbolischen Titels durch eine Urkunde und ein Stipendium vergeben.
Die Bewerber/innen sollen mindestens eine selbständige Publikation vorweisen können. Gebeten wird um die Einsendung einer unveröffentlichten Textprobe (maximal 20 A4-Seiten), eines Lebenslaufes mit Lichtbild sowie einer Bibliographie an die Kulturdirektion der Stadtverwaltung Erfurt, Benediktsplatz 1, 99084 Erfurt, bis spätestens zum 30. September 2016.
Weitere Informationen sind unter http://www.erfurt.de/ef/de/engagiert/kunst/stadtschreiber/index.html ersichtlich.

Nachruf auf Gudrun Piesche – Preisträgerin des Arnstädter Literaturpreises 2016

Sie war ein sehr freundlicher und sehr angenehmer Mensch und hat uns, den Arnstädter Literaturfreunden und zahlreichen Leserinnen und Lesern, mit ihren kleinen Geschichten große Freude bereitet. Durch sie weiß ich, was “glännern” für die Arnstädter bedeutet. Die Rede ist von Gudrun Piesche, der Preisträgerin des Arnstädter Literaturpreises 2016.

Unsere Freundin Gudrun ist von uns gegangen. Sie starb nach kräftezehrender Krankheit am Sonntag, dem 29. Mai. Gudrun hat nie geklagt. Sie blieb bis zuletzt optimistisch. Eine große Lesung mit ihr, der Preisträgerin, und uns, ihren Literaturfreunden, war für den Spätsommer geplant. “Nur ein Augenblick” sollte vorgestellt und gelesen werden – die Siegergeschichte des Arnstädter Literaturpreises – Gudruns Erzählung. Das Urteil der Jury war einstimmig. Sie wurde zur Siegerin gekürt.

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Gudrun Piesche wählte kein leichtes Thema. Ihre Erzählung spielt während und kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg. Am 8. Januar 1654 brannte es im Stall des Hauses “Zum Cristophorus”. Das Feuer konnte schnell gelöscht werden und richtete kaum Schaden an. Der jugendliche Brandleger, der Lehrjunge des Buchdruckers Schmidt, der achtzehnjährige Nicodemus Jeremias Francke, Sohn des gräflichen Burgvogts Erasmus Francke, gestand die Tat und wurde zum Tode verurteilt. Graf Christian Günther II. ließ aufgrund der Jugend des Lehrlings Milde walten und änderte das Urteil vom Tod durch den Strang in Tod durch das Schwert um.

Die Autorin stellte dem jungen Täter eine fiktive Kindsmagd an die Seite und ließ ihn, anders als seine Verwandten, in seinem letzten Augenblick nicht im Stich. Aber auch wenn sie ihn einerseits emotional das ganze Leben lang stützte, war sie andererseits doch machtlos, seine Lebenssituation zu ändern, da sie selbst nur eine Dienstmagd war. “Nur ein Augenblick” ist eine traurige Geschichte, gleichzeitig aber eine starke, sozialkritische Erzählung, die zurecht den Preis erhielt.

Gudrun Piesche, unsere Preisträgerin, wurde am 16. März 1951 in Arnstadt geboren, erlebte hier ihre Kindheit, “glännerte”, wie viele Arnstädter Kinder – was wir aus einer ihrer schönen Weihnachtsgeschichten wissen – begann eine Lehre als Versicherungskaufmann und schloß ein Fachschulstudium zum Finanzökonomen ab. Als Quereinsteigerin war sie fast zehn Jahre als Heimerzieherin tätig. Aus dieser Arbeit schöpfte sie zweifellos die Kenntnisse der menschlichen Psyche, besonders die der Kinder und Jugendlichen ohne elterlichen Halt. Hier dürfte sie oft und lange in die Herzen der Menschen gesehen haben. Diese Erfahrungen brachte sie stilsicher und literarisch überzeugend in ihre Erzählung ein.

Gudrun Piesche setzte mit ihrer Erzählung die alte Tradition der sogenannten Causes célèbres (wahre Kriminalfälle) fort, die mit dem französischen Juristen und ihrem Namensgeber Pitaval (1673–1743), begann. Würdige Nachfolger fand Pitaval in Friedrich Schiller und Wilibald Alexis. Alexis gab gemeinsam mit Julius Eduard Hitzig ab 1842 den Neuen Pitaval heraus, eine Sammlung von authentischen Kriminalgeschichten, wobei die Autoren ihren Schwerpunkt auf psychologische Aspekte legten. Fortgeführt wurde das Werk von Christian August Anton Vollert (1828-189), der von 1858 bis 1869 Kreisgerichtsrat in Arnstadt war.

Gudrun Piesche ging es gleich ihren berühmten Vorgängern nicht um oberflächliche Unterhaltung, durchmischt mit sinnlosen Gewalttaten. Als Autorin zeigte sie das, was man als humanistisches Verantwortungsgefühl bezeichnen kann. Sie fügte sich mit ihrer Erzählung in die Reihe der großen Pitavalschriftsteller ein und hinterließ uns ein eindrucksvolles, emotionsgeladenes Sittengemälde vergangener Zeiten.

Doch bei all den Historien, die es in diesem Arnstädter Festjahr der Stadtrechtsverleihung auch zu feiern gibt, Gudrun Piesche läßt uns die schweren Schicksale, die uns jeden Einzelnen mehr oder minder treffen können, nicht vergessen.

Wir sagen Danke, liebe Gudrun Piesche, für Deine Freundlichkeit, Menschlichkeit und Deine schönen kleinen Geschichten von doch so großen Dingen. Wir verneigen uns vor unserer Preisträgerin und sind im Herzen und in der Erinnerung bei Dir. Unser Mitgefühl gilt Deiner Familie und Deinen Freunden.

Michael Kirchschlager

Im Namen der Literaturfreunde Arnstadt (IG)